URBAN SYNDROMES #5 - Resümee und Danksagung

Am Samstag, dem 19. 7. 2003 ab 8.00 Uhr fand auf dem erstmalig von uns genutzten Open Air- Gelände der Neue Messe Dresden die Urban Syndromes 5 meets Write4Gold“ statt. Noch stärker als bei allen vorherigen vier „Urban Syndromes - Veranstaltungen“ sind die verschiedenen Elemente des Hip Hop präsent und vereint gewesen.

In diesem Jahr gab es jedoch einige größere Veränderungen.

Für den Altstrehlen 1 e. V. als Hauptveranstalter war es in diesem Jahr ein Novum, mit der Agentur CantStopFanatics Entertainment GbR zusammenzuarbeiten. Der Teil „Write4Gold“, also das nationale Graffiti- Battle und das HipHop- Konzert wurde durch sie eigenständig veranstaltet und finanziert. Überregionale Unterstützer und Sponsoren waren hier u.a. Aktion Mensch, Montana Deutschland, Greenpeace. Eventpartner des Graffiti- Battles und des Konzerts waren u.a. Cantstopfanatics Entertainment, Battle of the Year, Meeting of Styles.

Urban Syndromes 5 meets Write4Gold stand unter der Schirmherrschaft des Beigeordneten für Ordnung und Sicherheit, Hr. Detlef Sittel. Er nutzte am Samstag Nachmittag die Gelegenheit zu einem persönlichen Besuch der Veranstaltung und zeigte sich sehr beeindruckt von der Umsetzung des Gesamtkonzepts und sehr offen für eine differenzierte Wahrnehmung des Phänomens Graffiti.

Die eigentliche „Urban Syndromes 5“ wurde durch Nutzung vieler Vernetzungen und Ressourcen und eine Mischfinanzierung aus unterschiedlichen Quellen ermöglicht.

Von Anfang an kam es unter Leitung des Ordnungsamtes zu Koordinierungstreffen mit allen beteiligten Ämtern. Diese hatten das Ziel, die Interessen und Zuständigkeiten aller Beteiligten zu sondieren und miteinander zu vereinbaren. Diese neue Art der Zusammenarbeit wurde von uns als sehr kooperativ und angenehm empfunden. Durch unbürokratisches und effizientes Handeln so viele Wege geebnet, Vernetzungen genutzt und Kosten gespart und werden. Auch bei der konkreten Vorbereitung standen die jeweiligen Ämter hilfreich zur Seite.


Verlauf:

Im Rahmen eines einwöchigen deutsch-französischen Vorbereitungsprojektes wurden das Open Air- Gelände, die Wände und die Technik durch Projektteilnehmer, Helfer und eine Produktionsfirma vorbereitet.

Write4Gold:

Während des ersten deutschlandweiten Graffiti- Battles kämpften im Verlaufe des Sonnabends 10 nominierte Crews aus dem Osten Deutschlands um die Qualifikation zum Finale beim Hip Hop- Festival SPLASH in Chemnitz. Dafür wurden pro Crew 15 Meter Wand zu einem vorgegebenen Thema kreativ gestaltet. Eine kompetente Jury wählte am Abend die Sieger und Plazierten aus.
Beim Konzert am Abend traten bekannte, hochkarätige MC`s, DJ`s bzw. Hip Hop- Bands auf. Das Vorprogramm wurde durch die lokalen Acts gestaltet. Weiterhin gab es am Abend eine Breakdance- Show sowie eine Graffiti- Live- Performance.


Unter dem Namen „Urban Syndromes 5“ fanden unsere drei Veranstaltungsteile statt, die großen Zuspruch fanden:

Während der Graffiti- Jam gestalteten ca. 100 Teilnehmer eine insgesamt knapp 400 m lange Wand.
Zum Nachwuchs- Breakdancebattle „First Step“ traten im Verfahren 3 gegen 3 mehrere Crews gegeneinander an. Bei live aufgelegter Musik und vor einer fachkundigen Jury sowie einer großen Schar begeisterter Zuschauer konnten sie ihr Können demonstrieren. Den erstplazierten Crews winkten attraktive Preise.
Das mit Sofas und Zelten ausgestattete ChillOut- Gelände wurde wie geplant als Ort der Begegnung während der gesamten Veranstaltung sehr gut angenommen.
Erstmals gab es auch eine BMX- Flatland- Session. Sie wurde von TITUS Dresden eigenständig organisiert und durchgeführt.


Resümee:

Es waren am Sonnabend zwischen 800 und 1000 Leute vor Ort, d.h. Gäste sowie Teilnehmer aller Veranstaltungsteile. Unsere erwartete Besucherzahl ist daher erreicht worden. Allerdings zeigten sich die Veranstalter des HipHop- Konzertes enttäuscht, denn trotz hochkarätigem Line Up kamen nur wenige Hundert Besucher.

Ein breites Spektrum vor allem jugendlicher Besucher der Gesamtveranstaltung stammte aus den neuen Ländern. Gäste waren aber auch aus Polen, der Tschechischen Republik, den Niederlanden, den USA sowie der Schweiz angereist.
Wie schon in den Vorjahren bewährten sich unsere freundschaftlichen Beziehungen zur Partnerorganisation „Le Repaire“ aus Strasbourg, deren Mitglieder uns während der Graffiti- Jam unterstützten.
Gleichzeitig gab es eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Projektgruppe aus Caen/ Normandie während der Vorbereitungswoche und bei der Veranstaltung. Hier ist ein beiderseitiges Interesse an einem stetigen ideellen, materiellen und persönlichen Austausch entstanden.
Ebenfalls werden wir den Kontakt zur Graffiti- Crew aus Chalôn en Champagne pflegen.

Die Veranstaltung als Ganzes wurde von den Besuchern und Teilnehmern vorwiegend akzeptiert, besonders jedoch wurden die Veranstaltungsteile der Urban Syndromes5 als angenehm und inspirierend erlebt.
Die freundschaftliche und kreative Atmosphäre sowie das anhaltende Interesse der Gäste an den verschiedenen Elementen der Gesamtveranstaltung bestärkt den Altstrehlen 1 e.V. in seinem fortlaufenden Engagement für weitere Veranstaltungen dieser Art.

Das Wagnis - kommerzielle und sozialpädagogische Interessen zu vereinen - ist insgesamt besser gelungen, als es von uns für möglich gehalten wurde. Natürlich wurden auch Fehler gemacht, aber gewonnene Erkenntnisse aus dieser brisanten Vereinigung gegensätzlicher Aspekte fließen natürlich in unsere Arbeit, speziell der Organisation der „Urban Syndromes6“ ein.
Für eine künftige Zusammenarbeit wünschen wir uns jedoch ein deutlich gleichberechtigteres Miteinander, verbindlichere Absprachen und mehr Transparenz und Möglichkeiten der Einflußnahme im Vorfeld.
Insgesamt wurde nach außen zu wenig deutlich, daß es sich um zwei relativ unterschiedliche Veranstaltungen handelt, die sich- wie der Titel schon sagt, treffen oder begegnen.
Ä rgerlich ist somit schon, daß vieles von dem, was im Nachhinein kritisiert wurde, nicht von uns verursacht wurde, wir aber die Schelte einstecken mußten.
Mit Sicherheit werden wir beim nächsten Mal deutlicher werden lassen müssen, daß Urban Syndromes eine nicht- kommerzielle Veranstaltung ist, die von einem kleinen Verein, der ansonsten in Dresden einen Jugendtreff betreibt, unter Aufbietung aller Kräfte organisiert wird.
In diesem Sinne waren uns manche unsachliche Äußerungen in diversen Gästebüchern nicht egal, weil man sich da schon fragt, wo manche Leute ihre Ansprüche hernehmen und warum sie nicht konstruktive Hinweise geben können. Falls jemand darauf Bock hat, gerne unter JTSPIKE-ALTSTREHLEN1@web.de.....

Danksagung:

Dank dem hohen Engagement aller Beteiligten wurde die „Urban Syndromes5 meets Write4Gold“ eine erfolgreiche Veranstaltung. Der Altstrehlen 1 e.V. als kleiner Freier Träger der Jugendhilfe hätte die umfangreiche Organisation und Durchführung der Veranstaltung nicht allein bewältigen können.

Wir danken daher allen sehr für die materielle, ideelle und organisatorische Unterstützung und hoffen auf weitere gute Zusammenarbeit in den nächsten Jahren und den Ausbau des Kontaktes und Austausches.


Stellvertretend für alle anderen möchten wir uns an dieser Stelle besonders bedanken bei:

Frau Claus vom Kriminalpräventiven Rat für die Ebnung vieler Wege im Hintergrund
Amt für Abfallwirtschaft für die kostenlose Müllentsorgung
Bereitschaftspolizei Dresden für die Bereitstellung von Unterkunftszelten und den schweißtreibenden Abtransport der Graffitiplatten
Deutscher Gewerkschaftsbund für finanzielle und technische Unterstützung
DREWAG für die finanzielle Unterstützung
Feuerwehr für die sanitätsdienstliche Absicherung
SUFW für das Bereitstellen ausrangierter Polstermöbel für das Chill Out
Steinhaus Bautzen für die Organisation des Breakdance- Battles
Streetworkbüro Süd (Dörte Sprung) für die Bereitstellung des Busses und der Technik und personelle Unterstützung
Dörte und Thomas Sprung und Christoph Bayer dafür, daß die Ton- Technik fürs Breakdance- Battle im letzten Moment doch noch zum Laufen kam
TITUS Dresden für die Organisation und Durchführung der BMX- Flatland- Session
Volkssolidarität Dresden (VSG) für die großzügige Unterstützung bei der Verpflegung der Workshop- Teilnehmer
Den Mitgliedern des Graffitiprojektes für die Leistungen in der Vor- und Nachbereitungsphase
Den Mitgliedern und ehrenamtlichen Helfern des Vereins Altstrehlen 1 e. V. für die Arbeit vor, während und nach der Veranstaltung
Allen, die wir jetzt nicht namentlich aufzählen können , die spontan und ausdauernd zur Stelle waren, wann immer sie gebraucht wurden